Detaildarstellung (Auswahl)

Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof
Nummer 893
Ort Kochendorf
Bezeichnung
Gebiet Württemberg
Eröffnung 03.09.1944
Schließung Am 09.04.1945: "Evakuierung" in das Außenlager Allach des KZ Dachau, wo die Häftlinge am 11.04.1945 ankamen./ Ca. 1.000 Häftlinge wurden auf einen Todesmarsch Richtung Osten getrieben. Ein Teil traf am 02.04.1945 in Hessental ein und mußte sich den dortigen "Evakuierungsmärschen" anschließen. [LIT]
Deportationen Am 04.10.1944: Überstellung von 200 Häftlingen in das Außenlager Neckargartach [LIT]. Im November 1944 wurden 180 "arbeitsunfähige" Kranke in das KZ Dachau und 82 in das "Sterbelager" Vaihingen überstellt. [LIT]
Häftlinge Am 04.09.1944: 665 (vor der Überstellung); am 30.09.1944: 653; am 01.10.1944: Ankunft von 700 Häftlingen aus dem KZ Sachsenhausen; im Januar 1945: Ankunft von 200 Häftlingen aus dem KZ Flossenbürg und im März aus dem Außenlager Mannheim-Sandhofen. [LIT]
Geschlecht Männer
Einsatz der Häftlinge bei OT-Bauleitungen in Weinsberg und Kochendof; OT-Oberbauleitung Kiebitz-Heilbronn, Bauvorhaben Eisbär; verschiedene Firmen im Auftrag der OT
Art der Arbeit Bauarbeiten unter Tage, Straßen- und Gleisarbeiten, Aufbau des Lagers, Legen von Versorgungsleitungen [LIT]
Bemerkungen Das Außenlager ist im Rahmen eines Verlagerungsprojekts der Rüstungsindustrie entstanden. In das Salzbergwerk Kochendorf wurden im Sommer 1944 die Produktionsanlagen der Heinkel-Flugzeug-Werke für die Antriebsaggregate der V-Waffen verlegt. Diese waren zuvor in Stuttgart-Zuffenhausen bei der Fa. Hirth produziert worden. Außerdem verlagerten die Mannheimer Motorenwerke einen Teil ihrer Prokuktion nach Kochendorf. Das Projekt trug den Tarnnamen "Eisbär". Die ersten Häftlinge, die aus den geräumten Außenkommandos Longwy-Thil und Deutschoth kamen, mußten im Plattenwald an der Bachstraße ein Barackenlager errichten. Beim Eintreffen von 700 Gefangenen am 01.10.1944 waren die Bauarbeiten noch nicht fertiggestellt und die Baracken völlig überfüllt. Kurze Zeit später brach eine Fleckfieberepidemie aus. Im Oktober bauten einige Häftlinge das Lager weiter aus, während 360 Häftlinge in zwei Schichten in den Schächten I, II und III arbeiten mußten, und 129 Häftlinge am Stolleneingang Vorsorgungsleitungen verlegten sowie Straßen- und Gleisarbeiten durchführten. Bereits im November waren 262 Häftlinge durch die mörderischen Arbeits- und Lebensbedingungen so erschöpft, daß sie in andere Lager überstellt wurden. Die in Kochendorf gestorbenen Häftlinge wurden nur vom 07.10.1944 bis zum 28.03.1945 registriert. Demnach starben in dieser Zeit 197 Menschen, von denen 4 von der SS erschossen oder erhängt wurden. Bei Exhumierungen nach dem Krieg wurden 208 Leichen gefunden. [LIT]
Markierung
Literaturverweise ITS 1979 (Standardreferenz)
Risel 1978
Wegweiser 5 1991

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