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Konzentrationslager Neuengamme
ID 921
Place Neuengamme
Name
Area Hamburg
Opening Am 13.12.1938 als Außenlager des KZ Sachsenhausen, ab 04.06.1940 selbständiges Konzentrationslager [LIT]
Closing Am 04.05.1945 Befreiung durch alliierte Truppen
Deportations 13.12.1938 bis 21.08.1940: 3138 Häftlinge aus KZ Sachsenhausen, 500 Häftlinge im November aus KZ Dachau, am 10.12.1940: 501 Häftlinge aus KZ Buchenwald, im Dezember 1940: 500 Einweisungen durch die Gestapo, am 23.01.1941: 484 Männer aus KZ Dachau, im April 1941 1.002 Männer aus KZ Auschwitz, im Mai 1941 400 Einweisungen durch die Gestapo, im August 1941: 43 sowjetische Offiziere aus Stalag XD (wurden sofort exekutiert), am 22.09.1941: 250 Männer aus Fort Breendonck u. Fort Huy/Belgien (belgische Kommunisten), am 16.10.1941: 1.000 sowjetische Kriegsgefangene aus dem Kriegsgefangenenlager Fallingbostel, im Oktober 1941: 50 Männer aus Jugoslawien (Luxemburger Polizisten), am 19.11.1941: 150 Männer aus Amersfoort/Niederlande, am 13.12.1941: 110 Männer aus Amersfoort/Niederlande, am 13.12.1941: 200 Männer aus Fort Huy/Belgien, am 05.08.1942: 350 Männer aus KZ Flossenbürg, am 07.08.1941: 500 Männer aus KZ Dachau, am 08.08.1942: 158 Männer aus KZ Sachsenhausen, im August 1942 13 Frauen (evtl. polnische und sowjetische Krankenschwestern, sofort exekutiert), im September 1942: 197 sowjetische Kriegsgefangene, sofort vergast, am 07.10.1942: 400 Männer aus KZ Buchenwald, am 02.11.1942: 600 Männer aus KZ Dachau; am 04.11.1942: 70 Männer aus KZ Flossenbürg, im November 1942: 251 sowjetische Kriegsgefangene (sofort vergast), am 14.12.1942: 300 Männer aus KZ Dachau, am 31.12.1942: 250 Männer aus KZ Buchenwald, im Januar 1943: 1.500 Häftlinge aus einem Emslandlager, 100 Männer aus Amersfoort, 450 Männer aus dem Zuchthaus Celle und Zuchthaus Bremen Oslebshausen, am 22.02.1943: 425 Männer aus KZ Sachsenhausen, im Februar 1943: 710 Männer aus KZ Sachsenhausen, am 10.03.1943: 1.001 Männer aus KZ Auschwitz, im Mai: Französische Häftlinge, am 25.08.1943: 500 Männer aus KZ Auschwitz, im Oktober 1943: 400 Männer (Italiener, Jugoslawen, Tschechen, eingewiesen über Gestapo Wien), am 19.11.1943: 1.000 Männer aus KZ Auschwitz, am 18.02.1944: 200 Männer aus KZ Buchenwald, im Februar 1944: 120 Männer aus KZ Bergen-Belsen, vom 14.03.1944 bis 28.03.1944: fünf Transporte mit insges. 850 Männern aus KZ Buchenwald, am 30.03.1944: 106 Männer aus KZ Auschwitz, am 11.05.1944: unbekannte Zahl von Häftlingen aus Compiegne, Frankreich, am 24.05.1944: 1.880 Männer aus Compiegne, Frankreich, im Mai 1944 zwei Transporte mit insges. 1.570 männlichen Häftlingen aus Athen, am 06.06.1944 und 16.06.1944: zwei Transporte mit 1.920 Männern bzw. 1.460 Männern aus Compiegne/Frankreich, im Juni 1944: 1.030 Männer aus KZ Riga-Salaspils/Sowjetunion, am 08.07.1944: 117 Männer aus KZ Buchenwald; am 15.07.1944: 820 Männer aus KZ Riga-Salaspils/Sowjetunion, am 23.07.1944: 200 Männer aus KZ Buchenwald, am 25.08.1944: 750 Männer aus KZ Auschwitz, am 25.08.1944: 800 Männer im Rahmen der "Aktion Gewitter" aus Norddeutschland, am 01.09.1944: 900 Männer aus Fort Hatry (Belfort), Frankreich, am 04.09.1944: 1.200 Männer aus Fort Huy, am 08.09.1944: 1.165 Männer aus Amersfoort/Niederlande, im September 1944: 260 Belgier oder Franzosen, am 15.09.1944: 196 Häftlinge unbekannter Herkunft (evtl. Dänen), am 19.09.1944: 1.981 Männer (evtl. dänische Grenzpolizisten), am 27.09.1944: 166 Häftlinge unbekannter Herkunft (evtl. Dänen), am 06.10.1944: 141 Häftlinge unbekannter Herkunft (evtl. Dänen) und 790 Männer aus dem KZ Riga-Salaspils/Sowjetunion, am 11.10.1944: 1.440 Männer aus Amersfoort/Niederlande, am 16.10.1944: 1.720 Männer aus KZ Sachsenhausen, am 18.10.1944: 1.200 Männer aus KZ Riga-Salaspils, am 20.10.1944: 195 Häftlinge unbekannte Herkunft (evtl. Dänen), am 22.10.1944: 2.000 Männer aus KZ Dachau, am 26.10.1944: 190 Männer aus KZ Buchenwald, am 26.11.1944 880 ungarische Juden aus Budapest, am 29.11.1944 118 Männer unbekannter Herkunft (evtl. Dänen), im Dezember 1944: 210 Männer aus KZ Dachau, am 22.12.1944: 121 Häftlinge unbekannte Herkunft (evtl. Dänen), am 13. und 14.01.1945: drei Transporte mit 287 Häftlingen unbekannter Herkunft (evtl. Dänen), am 16.01.1945: 110 Männer aus Groningen/Niederlande, am 02.02.1945: 226 Männer aus Amersfoort/Niederlande, am 27.02.1945: 546 Männer aus KZ Buchenwald, am 26.02.1945: 390 Männer aus Lager Bergen-Belsen, am 02.03.1945: 480 Männer aus Lager Bergen-Belsen, am 15.03.1945: 251 Männer aus Amersfoort/Niederlande. Bis Mitte April 1945 wurden dänische und norwegische Häftlinge aus allen Konzentrationslagern nach Neuengamme gebracht. Am 24.03.1945: 456 Männer aus KZ Dachau, im März 1945: 620 Männer aus KZ Sachsenhausen, am 20.04.1945: 13 Frauen aus dem Polizeigefängnis Fuhlsbüttel (Widerstandskämpfer, auf Befehl der Gestapo exekutiert). [LIT]
Prisoners Zwischen 1938 und 1945 wurden insgesamt etwa 106.000 Menschen nach Neuengamme und in dessen Außenlager deportiert. Es wird davon ausgegangen, daß dort etwa 40.000 bis 55.000 Menschen ums Leben kamen. Am 13.12.1938: 100; März 1939: etwa 325; Gesamtkomplex KZ Neuengamme: Ende 1940: ca. 2.900, Ende 1941: ca. 4.500 - 4.800, Mitte 1943: ca. 9.500 (davon in Außenlagern 3.700), Ende 1944: ca. 49.000 (davon in Außenlagern ca. 37 - 39.000), 25.03.1945: ca: 54.000 (davon in Außenlagern ca. 39.880)
Sex Männer und Frauen
Company Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DESt) [SS-Betrieb], Deutsche Meßapparate GmbH (120-150 Häftlinge), Hamburger Motorenfabrik Carl Jastram (250-300 Häftlinge), Walther-Werke (900-1.000 Häftlinge), Deutsche Ausrüstungswerke (250-350 Häftlinge, für Flechtarbeiten 450-1500 Häftlinge) [SS-Betrieb], Zentralbauleitung der Waffen-SS und Polizei, Eisenhandlung Glunz, Holzhandlung Behr, Bäckerei Ohde.
Kind of work 1940/41 Auf- und Ausbau des Klinkerwerks und des Lagers; Ab Herbst 1940 Ziegelproduktion, Bau- und Transportarbeiten; Ab Ende 1942 Betonproduktion; Ab Herbst 1943 Bau von Behelfsheimen; Ab Juli 1940 Regulierungsarbeiten an der Dove Elbe; Kanalbau; Zeitzünder für Granaten, Motoren- und Schiffsbau, Bau eines Schmiedegebäudes und eines Schießstandes, Schußwaffenproduktion; Ab Februar 1943 Holz- und Metallverarbeitung; Flechtarbeiten; Ab 1942 Gebäudebau; Aufräumarbeiten nach Bombenangriffen und zahlreiche Arbeiten in der Umgebung und zur Instandhaltung des Lagers, Gleisarbeiten
Remarks [Im Zuge der "Evakuierungen" waren Häftlinge aus dem KZ-Komplex Neuengamme in einem gesonderten Bereich des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel untergebracht. Das Lager dort, das gegen Kriegsende nur relativ kurze Zeit bestand, ist weder unter "KZ Neuengamme" eigens aufgeführt noch in der Karte markiert. / Das BGBl 1977 nennt unter Neuengamme zusätzlich noch das Außenlager Glasau (bei Sarau) mit einem Ukdo in Siblin (Ahrensbök). Die Häftlinge stammten aus den "evakuierten" Außenlagern Blankenburg (KZ Mittelbau-Dora) und Fürstengrube (KZ Auschwitz). Die Häftlinge kamen über Magdeburg und Lübeck am 12.04.1945 aus Auschwitz (ca. 500 Juden) in Siblin an. Einen Tag später trafen die Häftlinge aus dem Todesmarsch von Blankenburg (ca. 500, v. a. Belgier) ein. Die SS beschlagnahmte zwei Scheunen in Siblin und Glasau, wo jeweils etwa 500 Häftlinge eingesperrt wurden, wobei die Juden hauptsächlich in Siblin untergebracht wurden. Am 30.04.1945 evakuierte das IRK im Rahmen der "Aktion Bernadotte" ungefähr 250 westeuropäische Häftlinge aus Glasau über die Ostsee nach Schweden. Das Schicksal der verbliebenen Häftlinge ist ungewiß, wahrscheinlich ist aber, daß der größte Teil am 03.05.1945 bei den Bombardierungen in der Neustädter Bucht umgekamen. [LIT] Nach Auskunft der KZ-Gedenkstätte Neuengamme war weder Glasau noch Siblin ein Außenkommando des KZ Neuengamme.]
Map entry
Literature reference Bauche 1991
Garbe 2007, p. 315-346
Hoch 1988
ITS 1979

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